Der See im Wald, oder klugscheißen mit Gerd

Hatte mich entschlossen, ein ordentliches Stativ zu kaufen. O Weh! Da werden aber Preise verlangt! Resigniert den Laden verlassen. Bei Ebay-Kleinanzeigen fündig geworden, heute Vormittag (10.12.) hingefahren, gesehen und gekauft. Auf der Rückfahrt durch den Wald gedacht: „He, hier gibt es doch einen verborgenen See, da warst du doch schon mal vor Jahren. Und was zum klugscheißen bietet das Gewässer ja auch noch.

Gab und gibt keinen Wegweiser dorthin. An der vermuteten Stelle das Auto an den Waldrand gequetscht. Fotoausrüstung geschnappt und los getapst. Ja, ich war richtig.
Das alte Schild stand auch noch da. Der See ist der Märchensee und befindet sich im Leinawald. Es war irgendwann mal ein Steinbruch.
Naja, sehr einladend sah es in dieser Jahreszeit nicht grade aus.
Jaja, die ersten von euch denken sicher schon: „Warum schleppt uns dieser Depp an diesen trostlosen Tümpel? Es ist kalt, nieselt, windig und es gibt hier nicht mal einen ordentlichen Weg. Glatt und glitschig durch das Laub ist es auch noch, wehe wenn ich hier ausrutsche!
Ihr alle kennt ja sicher Karl May. Habt sicher auch das eine oder andere Buch von ihm gelesen. Dabei habt ihr sicher gedacht, „Wow, was hat ihn bloß dazu inspiriert?“ Wie jetzt? Nein? Habt ihr nie gedacht? Seltsam! Na gut ich auch nie. 🙂 Egal.
Karl May hat mal diesen Ort besucht und war so fasziniert davon, das er sich hier den „Schatz im Silbersee“ ausgedacht hat. Er ist noch einige Male wieder gekommen und hat sich hier zu weiteren Werken inspirieren lassen. Wie oft weis leider niemand mehr genau.
Werde mal im Sommer wieder kommen, wenn alles schön grün ist. Dann kann ich euch zeigen, wie schön dieser Ort sonst ist. Hoffentlich ist dann auch wieder mehr Wasser drin. In unserer Gegend gibt es auch eine Karl May-Höhle, wird nichts besonderes sein, will dennoch mal hin. Ich denke, ich werde euch mitnehmen. Über den Leinawald gibt es auch sehr interessantes zu berichten. Werde ich auch mal bei Gelegenheit tun.
Beim gehen noch eine neuere Kunststofftafel bemerkt. Werden nun wahrscheinlich immer mehr Menschen von der Karl May-Begebenheit wissen.
So, ich denke, ich habt genau wie ich kalte Füße und wollt was warmes trinken. Ich habe jedenfalls heißen Kaffee im Auto, aber ob er für alle reicht? Dann bis zum nächsten Mal. Euer Gerd

25 thoughts on “Der See im Wald, oder klugscheißen mit Gerd

  1. Sooo spannend – also mir hat der See schon gefallen, bevor ich den Zusammenhang mit Karl May erfahren habe. Gerade die Herbst/Winterstimmung finde ich sooo schön. Ob ich Karl May gelesen habe?? Ja und wie!! Fast alle Bände habe ich ‚gefressen‘. Und Pferde-begeistert wie ich damals schon war… habe ich bei den Geschichten, die im arabischen Raum spielten, Seitenweise die arabischen Sätze rausgeschrieben und zT sogar auswendig gelernt🙈. Man muss sich mit seinem Arabervollblut ja auch verständigen können. Mein Lieblingspferd war Rih. Oh, was habe ich mitgelitten, als Karl May dieses tolle schwarze Pferd sterben liess…😔
    Gerd: unbedingt weitere Fotos von diesem romantischen See und auch gerne weitere Geschichten. Ich empfinde das überhaupt nicht als Klugsch…. 👍 Herzlichen Dank!

    1. Ganz sicher kommen noch weitere Fotos des Sees. Gibt noch viele schöne Stellen in dem Wald. Hatte sonst nie eine Kamera dabei. Ich finde, der Begriff „klugscheißen“ ist zu Unrecht negativ behaftet. Klugscheißer mag ich, solange sie nicht überheblich/arrogant sind.

  2. Hach, ich wollte, die Bilder wären im Frühling oder Sommer geschossen worden. Ich habe dass erste Bild erblickt und meine Weste enger um mich gezogen. *brrr*

    Tja, und DABEI soll Karl May „Der Schatz im Silbersee“ eingefallen sein? Interessant! Ich bin leider als Kind schon für die Karl May Bücher verdorben worden…. Wodurch? Diese *duck*…. Verfilmungen. Ich habe dadurch einfach die Bücher nicht lesen wollen. Ich weiß, jetzt bin ich bei den meisten unten durch, aber ich finde halt diese Filme schrecklich – und erst diese „epische“ Musik dazu…
    Pierre Brice und Lex Barker gingen ja, aber Uschi Glas und alle, die da noch so deutschen Esprit verbreiteten, waren einfach nicht das, was ich toll gefunden hätte.
    Aber, so seltsam es klingt, jetzt bin ich ein wenig mit der Vergangenheit versöhnt. Danke dafür, lieber Gerd! Mein Mann ist natürlich auch mit Karl May aufgewachsen und hat die Geschichten geliebt. Na, der wird staunen!
    Also ich weiß ja nicht, aber wenn DAS Klugscheissen ist, dann setz ich mir gerne eine Nasenklammer auf und blockiere für die nächste Zeit das stille Örtchen, um deine gesch********* Beiträge in Ruhe genießen zu können 😄

    1. Das Wetter war auch sehr unangenehm. Eine ehemalige Kollegin bezeichnete so eine Witterung immer als „ekelbärtsches Wedder“.
      Ich glaube, May war bestimmt bei schönem Wetter da. Die einzige Inspiration die ich in den 2 Stunden hatte, war: „Heißer Kaffee, jetzt! Und die Zufuhr nicht stoppen!“

  3. Bin ja da ganz in der Nähe aufgewachsen, allerdings auf der anderen Seite der Landesgrenze (sozusagen im Nachbarort des jetzt geteilten thüringisch-sächsischen Dorfes). Als Kind waren wir oft in der „Leine“ „in den Pilzen“. 🍄 An den See kann ich mich allerdings nicht erinnern – ist ja auch schon eine halbe Ewigkeit her. Und das mit Karl May wusste ich schon gleich gar nicht. Stimmt also doch: „Man kann alt wer’n wie ne Kuh und lernt immer noch dazu“. 😃

    1. Das ist ja ein Ding! In diesem Dorf war ich als Kind öfters, meine Eltern hatten einen Saporoshez, und dort war die einzige Werkstatt weit und breit. Während wir warteten, lief ich mit meiner Mutter oder meinem Vater durch die Umgebung. Damals durfte man ja nicht durch die Leine fahren, der halbe Wald war ja Sperrgebiet. Und wir hatten keine Ahnung, das da drin Unmengen an Kernwaffen waren. Wenn man den Wald aus Richtung Altmürbitz kommend, befährt, auf der linken Seite, ca. 700 m vom Forsthaus entfernt, geht es zum Märchensee.
      Bin neugierig, welcher Nachbarort war es denn? Die ersten 3 Buchstaben reichen mir schon.

      1. Na ja, Nachbarort kann man erst sagen seit einige Dörfer eingemeindet wurden. Fängt mit „Lu“ an und da ist der Himmel blau. Und das Bahnhofsgebäude von L-O steht jetzt dort. 😃 ( Tschuldigung an alle anderen, aber wenn man schon mal jemand trifft, der aus der gleichen Ecke stammt …. 😊)

        1. Alles klar, da kennst doch bestimmt auch den wunderschönen Brausetalweg. Dort werde ich auch mal paar Bilder machen. Da denke ich immer, ich bin im Hochgebirge wenn ich durch diese Schlucht gehe…

          1. Ja! Sehr schöner Weg. Als Kind fand ich die „Spaziergänge“ mit den Eltern nicht so prickelnd, aber später lernt man das mehr zu schätzen. Wenn Du schon einmal in der Ecke bist – die Amtmannskluft kann man auch empfehlen.

          2. Die kenne ich auch sehr gut, da haben sie vor paar Jahren neue Treppen aus Kunststoff auf den Amtmannsfelsen hoch gebaut. Der Felsen ist nicht so mein Ding, zu hoch, ohne Geländer und dann abrupt in die Tiefe. Da schaue ich immer nur aus sichere Entfernung runter…
            Die verschollene Jungfernhöhle auf der anderen Flußseite ist auch wieder entdeckt und freigelegt wurden. Direkt am Ufer, unterhalb der dir sicher bekannten Burg.

    1. Ähm…. Winnetou und das Halbblut Apanatschi? Allerdings wurde sie nachsynchronisiert, weil sie mit ihrem bayrischen Akzent eher lächerlich gewesen wäre…
      Hehe – ich als Maynichtmöger weiß sowas? Hat wohl einen nachhaltigen, wenn auch nicht sehr positiven Eindruck bei mir hinterlassen *pfeif*

      1. Uschi Glas bei Winnetou, apa latürnicht, äh Apanatschi. Beim Schatz im Silbersee hat allerdings Schimanski mitgespielt, ganz ohne Thanner, dafür mit Ralf „Wenn ich mich nicht irre“ Wolter, der einst genau so seinen Skalp ließ, wie ich Montag freiwillig vor dem Lockdown. 🙂

        1. Ähm…. apa latürnich oder apa latürnichT?
          Das Gläschen WAR – obs jetzt glaubwürdig erscheint oder nicht, das Apanatscherl (1966). Hab extra nachgeguckt, damit ich keinen Unfug schreibe… ist ja doch schon ein Weilchen her.

          Übrigens: Hab wieder ein Breitmaulfroschgrinsen – keine Hexe mehr – vorläufig (Provisorium).
          Ob sich die Gebrüder Grimm das hätten träumen lassen? Nach so langer Zeit sind sie immer noch durch ihre Märchen Land auf, Land ab bekannt. Und mit meiner Mithilfe morphen die Figuren sogar – aus der bösen Hexe wird die Froschkönigin – Bussi gefällig? 😙 😚😁
          Nein, nicht an die Wand werfen! Ahhhhh…

  4. Herrliche Kommentare, erstklassige Geschichte 👍….super Klugsch….😂. So geht es vergnügt und mit mehr Wissen versehen ins Wochenende. Die Legende um den See passt…e ist eine mystische Stimmung an diesem See. Gerd hat wirklich ein gutes Händchen für Wissensvermittlung…ja als Oberlehrer 🤣🤣😉ist er eine Zierde dieser Zunft 👍👍👍.

    1. Danke dir, freut mich außerordentlich. Ich habe die Schule immer gehasst. Dann als Lehrausbilder merkte ich dann mal, Wissen in etwas Spaß, oder gar Blödsinn zu verpacken und dann jemand vorzusetzen, das bringt richtig viel. Da macht lernen Freude und man kann die nächste Lektion kaum erwarten.

  5. Übrigens, beim 7. Bild habe ich das in alle Richtungen drehbare Display meiner „neuen“ Kamera so richtig schätzen gelernt. Ich musste mich nicht auf den Bauch in den kalten Schmodder legen. Yeah! Werde wohl nun öfters mal paar Bilder aus der Froschperspektive machen und dabei sauber bleiben.

      1. Eine ausgediente Frontscheibenabdeckung vom Auto, kostet gar nichts, zurecht geschnitten, superleicht und kriegt ihr „Gnadenbrot“ bei mir im Rucksack. Und dann bilde ich mir auch noch ein, ein ganz kleines bisschen umweltbewusst zu sein. Alles, was man nicht in den Schlamm legt, muss man später auch nicht sauber machen. Bin halt faul…

          1. Wir verwenden keine Mülltüten, versuchen unseren Kunststoffverbrauch zu reduzieren. Selbst beim, (silikonfreien), Badumbau fand ich es erstaunlich, mit wie wenig Kunststoff ich ausgekommen bin. Nur für Dübel, Spülkasten und Abflußrohre fand ich keine vernünftigen Alternativen. Die Lichtschalter waren halt noch da.
            Ui! Gelogen! Für meine Späneabsauganlage nutze ich doch derbe Müllsäcke, allerdings halten die da auch sehr lange, bis ich sie mal aus Unachtsamkeit „töte“.

  6. @Gerd: Das gute Stativ aus dem Laden fühlt sich im ersten Moment teuer an, bis man dann erst 2 Mal neu gekauft hat. Ist eine Wissenschaft für sich, speziell an arca swiss Wechselplatten kommt man langfristig nicht vorbei, d.h. auch der Stativkopf muss zwingend wechselbar sein, sonst wirst‘ nicht glücklich.

    Meine Lieblingsfotografin wünschte sich eines Tages mal ein schönes Stativ, meinte noch, ich solle aber nicht mehr als 50 EUR ausgeben. Da habe ich gelacht, ihr gesagt, dass schon die optionalen Füße für mein Stativ 45 EUR gekostet haben, die Tasche mehr. Bei knapp über 50 EUR landete ich dann später mal beim Einbein.

    Man verguckt sich schnell, was allein das Foto-Zubehör kostet, allein Stativköpfe, wirklich gute Blitze, Taschen, je nach System auch schon schnelle Speicherkarten. Ich habe noch sehr gut beim Stativzubehör zugeschlagen, bevor man ab 2021 für jedes Paket aus China zum Zoll muss. 🙁

    1. Meins ist ein Optex geworden, also eins der Spitzenklasse. Aus der Mittelstütze lässt sich mit 2 Handgriffen in Sekunden ein Einbeinstativ machen. Schöner Pistolengriff, Fluidverstellung, Wasserwaagen und klar doch die Schnellwechselplatte, die habe ich schon beim erste Gebrauch geliebt. Der Vorbesitzer hat es im einem Australienurlaub gekauft. Nun wurde es ihm zu groß und er hat sich ein kleines Spielzeugstativ gekauft. Guter Mann! So bin ich zu einem Teil gekommen, welches ich mir neu nie geleistet hätte.

  7. Jetzt bin ich aber kaputt. War nach einem anstrengenden Arbeitstag doch eine ziemlich lange Wanderung zu dem See. 😉 Und das noch im Dunkeln. 😉 Wenn alles wieder grünt werde ich bestimmt mal einen Ausflug an den See machen. Schade das es an dem See keine Bank zum Verweilen gibt…
    Und was lernen wir beim nächsten Mal, Herr Oberlehrer? 😉

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