Weihnachtsgeschichten, die zweite

Krampolaus

 „Du lieber Himmel!“ stöhnte der Nikolaus, als er die Unmengen von Nüssen, Äpfeln, Mandarinen, Lebkuchenund Süßigkeiten sah, die sich vor ihm auftürmten, „wie sollen wir das denn alles schleppen?“ Der Krampus runzelte seine buschigen Brauen und meinte: „Naja, wenn du nicht so milde wärst und die ganzen Schlingeleien der Kinder ein bisschen strenger beurteilen würdest, hättest du weniger und ich mehr zu tun…“ „Ach geh, so schlimm sind sie doch nicht!“ „Jaja, ich weiß, aber ab und zu ein Kind nicht nur einfach zu erschrecken würde die kleinen Monster sicher braver sein lassen! Wann habe ich das letzte Mal einen schlimmen Buben in den Sack gesteckt und mitgenommen? Ich glaube, das war noch im Mittelalter!“ brummelte Krampus in seinen Ziegenbart. Inzwischen eilte der Nikolaus zwischen den Bergen an Köstlichkeiten hin und her und stopfte sie in einen riesigen Jutesack. Während der Krampus noch herumlamentierte, schleppte der Nikolaus bereits den enormen Sack die steile Treppe zur Haustür hinunter.

Auf einmal hörte der Krampus ein Poltern und einen erstickten Schrei. Er sah sich um und sauste die Treppe hinunter – an deren Ende der Nikolaus lag. Sein rechtes Bein stand in einem sehr merkwürdigen Winkel von seinem Knie ab – war ihm der Stiefel runtergerutscht? Der Krampus versuchte seinen heiligen Partner wieder auf die Füße zu stellen, dem ein gequältes „Nein, nicht, aua, lass gut sein!“ entfuhr. „Ich glaube, das Bein ist gebrochen! „Ja Kruzitürken, was machen wir denn jetzt?“ fragte der Krampus. „Naja, du musst mich halt ins Krankenhaus bringen – und bitte, mach schnell, es tut ziemlich weh!“

Der Krampus hievte den Nikolaus vorsichtig auf sein intaktes Bein, warf ihn über seine Schulter, riss die Haustür auf und wollte losmarschieren. „Nein, halt, so geht das nicht, uns erkennt doch gleich jeder! Bei mir ist das vielleicht kein Problem, da rennen heute ja etliche in Nikolauskostümen herum, aber einen solchen wie dich gibt es nur einmal! Allein, wie du nach Ruß und Schwefel stinkst…und dann glauben die Menschen am Ende noch, der Krampus entführt den Nikolaus!“ meinte der Heilige und wiegte den Kopf hin und her. „Ich hab‘s! Geh zu Herrn Schober und erzähl ihm, was passiert ist, dem fällt sicher was ein!“

Gesagt, getan. Nachdem der Krampus seinen Freund vorsichtig auf einen bequemen Sessel gesetzt hatte, sauste er durch die Schatten des späten Nachmittags zu Herrn Schober, der den himmlisch/höllischen Gesellen schon einige Male aus verschiedenen Nöten geholfen hatte. Mit grollender Stimme erzählte der furchterregende Meister der Rute dem älteren Herrn von der Misere. Herr Schober hörte geduldig zu und meinte schließlich: „Naja, ums Krankenhaus kommt der Nikolaus sicher nicht herum. Aber ich kann leider heute auch nicht einspringen, weil meine Nichte krank geworden ist und ich ihr helfen muss. Vielleicht findet ihr ja jemanden, der für den Nikolaus einspringen kann. Hier hast du einen Rauschebart, den wird er sicher brauchen, der echte ist ja angewachsen.“ Herr Schober schmunzelte, holte einen mächtigen weißen Kunstbart und drückte ihn dem Krampus in die Krallen. „Ach ja, hier ist ein langer Regenmantel und ein großer Hut, zieh die Sachen an, so kommt ihr unauffällig ins Spital!“

 Der Krampus nahm die Sachen und zog sie sich über. Seine Begeisterung darüber hielt sich in Grenzen. Aber wenn er dem Nikolaus damit helfen konnte, so würde er halt seinen Stolz hinunterschlucken und sich verkleiden. Er kehrte zu seinem Partner zurück und berichtete ihm, was Herr Schober gesagt hatte. Dann humpelten die beiden zum Krankenhaus, das Gott sei Dank nicht weit entfernt war. Der Nikolaus wurde stationär aufgenommen (wobei die Schwestern zuerst versuchten, ihm nicht nur die Kleidung auszuziehen, sondern auch den vermeintlich falschen Bart abzunehmen, was natürlich nicht klappte). Und weil der Nikolaus sich beharrlich weigerte, seinen „echten Namen“ anzugeben, wurde der neue Patient vorläufig als „Herr Niko Laus“ geführt. Man sagte ihm, dass es heute schon zu spät sei, um noch eine Röntgenaufnahme zu machen und man sich morgen in aller Frühe um sein Bein kümmern werde. Bis dahin werde er einige Schmerzmittel bekommen und solle sich nur keine Sorgen machen.

 Nachdem der Arzt und die Schwestern gegangen waren, schlich sich der Krampus ins Krankenzimmer, in dem zum Glück nur der Nikolaus untergebracht war und sah ihn ratlos an. „Und was jetzt?“ Sankt Nikolaus drehte sich stöhnend um und sagte „Na, das ist doch ganz einfach! DU wirst meinen Platz einnehmen.“ „Das meinst du doch nicht ernst!“ Das geht doch nicht, nein, niemals!“ Nikolaus wartete, bis der Krampus ausgejammert hatte und meinte: „Du hast dich doch beschwert, dass die Kinder zu brav waren und du fast nichts zu tun haben wirst, während ich eine riesige Liste habe. Jetzt hast du genug zu tun!“ „Aber, aber….“ „Nichts aber“, so wird’s gemacht!“ Und jetzt geh dich duschen, aber verbarrikadiere zuerst die Tür, es darf dich keiner sehen!“. „DUSCHEN?!? Niemals! Bist du verrückt geworden?!?“ „Nein, aber Ruß und Schwefel müssen weg! Sonst fliegt der Schwindel doch gleich auf!“ Unter heftigem Fluchen tat der Krampus, wie ihm geheißen und trat nach einiger Zeit viel weniger schwarz wieder aus der Duschnische hervor. „Jetzt habe ich aber was gut bei dir!“ Ok, in Ordnung, und jetzt schlüpf schnell in meine Sachen, setz den Bischofshut auf und zieh die Handschuhe an, damit man deine Hörner und Klauen nicht sehen kann. So, jetzt den Bart. Na bitte, das sieht ja ganz manierlich aus! Nein, weg mit der Rute, dafür gibt’s den Bischofsstab, du sollst ja nur loben und niemanden verhauen! Da liegt die Liste, dass du mir nur ja kein Kind vergisst! Ich verlass‘ mich auf dich!“

 Nachdem sich der Krampus/Nikolaus aus dem Krankenhaus geschlichen hatte, eilte er nach Hause und sammelte alles, was beim Sturz aus dem Sack gekullert war, wieder ein und machte sich heftig brummelnd auf den Weg. Vor der ersten Wohnungstür schluckte er heftig und fing an, die vor die Tür gestellten Stiefel zu füllen, als plötzlich die Tür aufgerissen wurde und ein ungefähr fünfjähriger Bub rief: „Er ist da, der Nikolo ist da!“ Etwas verwirrt drehte sich der Krampus um und blickte hinter sich, bis ihm einfiel, dass ja ER der Nikolo war – zumindest für diesmal. Der kleine Bub grölte fröhlich: „Und heute kommt er sogar ohne Krampus! Ich sag‘ ja, ich war superbrav!“ Da wiederum musste der Krampus die Zähne zusammenbeißen, damit ihm kein Grollen entkam. Als er dann aber in die leuchtenden Augen des Jungen blickte, verspürte er ein warmes Gefühl in der Brust, das diesmal nicht von einer Mahlzeit aus dem Höllenfeuer kam. Schnell strich er dem Buben übers Haar, murmelte ein paar lobende Worte und verabschiedete sich, nicht ohne zu mahnen, der Junge möge so brav bleiben, sonst käme nächstes Mal eventuell der Krampus doch wieder mit.

 Mit jedem Kind, das der Krampus besuchte, fühlte er sich ein wenig leichter, wobei es nicht das schwindende Gewicht der Köstlichkeiten im Sack war, sondern eher ein Gefühl, das er bislang so nicht gekannt hatte und worüber er auch nicht eingehender nachdenken wollte. Schließlich war es so weit, er hatte das letzte Kind besucht und seine Pflicht erfüllt. Seltsam, irgendwie war er ein wenig traurig, weil er nun wieder in seine wahre Natur schlüpfen würde, aber auch froh, alles so gut hinter sich gebracht zu haben.

 Wieder im Krankenhaus angekommen schlüpfte er ins Krankenzimmer, aus dem schon auf dem Gang lautes Geschnarche zu hören war. Uff, wenigstens musste er heute nicht auch noch dem Nikolaus Rede und Antwort stehen, zumindest darüber konnte er zuerst noch schlafen. Langsam schälte er sich aus den Bischofsgewändern, lehnte den Bischofsstab in den Spind, nahm Rute und Kette und wollte sie in den Sack stopfen. Da fiel ihm auf, dass am Grund des Sacks noch etwas lag – ein letzter kleiner Zwetschkenkrampus. Vorsichtig holte er ihn hervor und betrachtete ihn lange. Er war so in Gedanken versunken, dass er nicht merkte, dass kein Schnarchen mehr zu hören war. Sankt Nikolaus war erwacht und beobachtete ihn mit einem Schmunzeln, das im dichten Rauschebart verborgen blieb. Als der Krampus sich plötzlich verwirrt umblickte, ließ der Nikolaus wieder ein tiefes Schnarchen ertönen.

 Sicher, dass sein Freund in tiefem Schlaf lag, zupfte der Krampus einige Locken aus dem künstlichen Bart, den er schon in den Spind gehängt hatte, und steckte sie auf den süß-klebrigen Kopf des Zwetschkenkrampus‘. Dann legte er diesen auf das Nachtkästchen, zog wieder Mantel und Hut an und schlich aus dem Krankenzimmer, wo alsbald ein sehr zufriedener, sehr munterer Nikolaus genussvoll in einen merkwürdig weißhaarigen Zwetschkenkrampus biss.

erzählt von Selune A.D. 2013

Der Zahnwehkrampus

Eigentlich war es Tradition, dass der Krampus den Nikolaus abholte, bevor sie zusammen auf die große Tour zu den Kindern gingen. Aber diesmal war es anders. Als der Heilige Mann aus seinem Haus trat, war da niemand. Er ging ein wenig auf und ab und wartete. Da der Höllenfürst nach einer Viertelstunde immer noch nicht da war, wurde er ungeduldig. Das war ja noch nie vorgekommen, dass sich der Krampus verspätete. Er mochte ja viele Fehler haben, aber Unpünktlichkeit gehörte nicht dazu.

„Der Kramperl wird auch schon alt – ob er verschlafen hat? Das kann ich mir nicht wirklich vorstellen. Jetzt warte ich schon zwanzig Minuten und er ist immer noch nicht da. Sowas!“ Er suchte in dem weiten Bischofsgewand nach seinem Handy, ja – die Technik hat auch in den himmlischen Sphären Einzug gehalten – und rief kurzerhand in der Hölle an. Er machte das nicht gerne, aber das war ein Notfall. Es klingelte anscheinend ewig, bis sich der Krampus endlich meldete.

„Ähh“, stöhnte er ins Telefon, „if haf folche Fmerpfen! Ohhhh. Fer will fich fprechen?“„Hallo? Ich bin’s, der Nikolo! Hast du vergessen, was heute für ein Tag ist? Wo bist du, schwarzer Geselle?“„Ohh fein! Daf daf doch nift fahr fein! If kann nift kommen. Komm fu fu fir und hilf fir! Ef tut fooo fehhh!“ „Na gut. Ich komme zu dir.“

Der Nikolaus war nicht gerade begeistert über diese Situation. Aber es war selbstverständlich, dass er sich um ihn kümmern musste. So gehörte sich das – immerhin war er ja nicht irgendjemand, sondern sein Gefährte.

Resigniert stellte er seinen vollen Sack wieder ins Haus, den wollte er nämlich auf keinen Fall mitschleppen, und machte sich auf den Weg. Zum Glück hatte er ja die ‚Schnellen Stiefel‘, mit denen er in Nullkommanichts am Abgrund der Hölle angelangt war. Er klopfte an und es wurde ihm sofort aufgetan. Er wurde zum Eintreten aufgefordert, lehnte aber dankend ab.

„Es dauert aber ein bisschen, bis der Höllenfürst da ist – es geht ihm gar nicht gut. Ich fürchte, du musst deine Runde heute alleine gehen.“Während das junge Teuferl das sagte, nahm es ihn beim Ärmel und zog ihn in die warme Stube. Der Heilige Mann blähte die Backen auf und verdrehte die Augen. ‚Ich fürcht‘, ich werd‘ gleich ohnmächtig‘, dachte er und hielt sich die Nase zu. ‚Diesen Brodem bekomm ich nie wieder aus meinem Bart heraus, soviel ist sicher.‘ Endlich erschien der Teufel. Er hatte eine stark geschwollene Backe, in seinem linken Auge hing eine dicke Träne und die lange Zunge hing ihm kraftlos aus dem Mund.

„Um Gottes Willen, was ist denn mit dir passiert? Das sieht aber gar nicht gut aus! Du musst zum Zahnarzt. Und zwar sofort!“„Fitte nift! Fer tut fir fa feh!“„Na, ich denke, schlimmer kann es nicht mehr werden! Komm!“

Da der Nikolo ein Mann der Tat war, zückte er wiederum sein Handy und sah es einmal an. Da gab es doch noch eine Funktion… er hätte besser aufpassen sollen, als der Engel, der es ihm gebracht hatte, versuchte, es ihm zu erklären. Da gab es doch eine himmlische Wunschtaste, wo man nur an etwas denken musste, und die richtige Nummer erschien. Dieselbe Taste hatten auch die höllischen Handys und der junge Teufel von vorhin tippte schräg von hinten über die Schulter des Nikolaus auf die richtige Taste.

„Danke“, sagte dieser erleichtert, „diese modernen Dinger spielen zwar alle Stückerln, aber ich kann mir das alles nicht merken.“„Keine Ursache. Man hilft ja gerne.“ Aus dem Mund eines Teufels hörte sich das zwar etwas komisch an, aber so eng sah das der Heilige Mann nicht. Er war dankbar, dass am anderen Ende bereits das Telefon eines Zahnarztes läutete.   Er war auch froh, dass es noch am Nachmittag war, sonst wär’s mit der Behandlung nichts geworden.

Am anderen Ende wurde abgehoben und eine freundliche Frauenstimme meldete sich: „Zahnarztpraxis Dr. Lorch, Was darf ich für sie tun?“ „Hier spricht der Nikolaus. Der Krampus hat einen schlimmen Zahn und eine geschwollene Backe. Es ist ein Notfall – dürfen wir sofort vorbeikommen? Es wäre wirklich dringend.“ Am anderen Ende war es ganz still. Die Sprechstundenhilfe dachte nach. So etwas war ihr auch noch nie passiert. Sie dachte an einen Scherz und da gerade der Doktor vorbei ging, drückte sie ihm den Hörer in die Hand.

„Dr. Lorch, ja?“ Der Nikolo wiederholte seine Bitte, aber auf der Stirne des Zahnarztes brauten sich Gewitterwolken zusammen. „Also hören sie! Veräppeln können sie jemanden Anderen!“ Zornig gab er der jungen Frau den Hörer zurück. „Und sie hätte ich auch für klüger gehalten!“

Man versuchte es auch bei anderen Zahnärzten, aber das Ergebnis war überall dasselbe. Alle glaubten, dass jemand einen dummen Scherz machte. Schließlich aber hatten sie doch Glück. Da gab’s doch wirklich einen Zahnarzt mit Humor. „Natürlich! Kommen sie sofort vorbei, der arme Krampus gehört kuriert!“ Dann sagte er zu seiner Frau, die mit ihm die Praxis führte: „Das wird ein Spaß, das sage ich dir! Da kommen zwei als Nikolo und Krampus verkleidet! Der Beelzebub hat angeblich Zahnschmerzen. Na, auf die beiden bin ich schon gespannt!“

Als sie durch die Straßen der Vorstadt dem Zahnarzt zustrebten, fielen sie ja nicht so sehr auf, da einige verkleidete Krampusse unterwegs waren. Aber als sie den Warteraum betraten, rückte ein Mädchen angstvoll in die letzte Ecke. Zu echt sah er aus.

Nun waren sie endlich dran. Doktor Falla war schon ein älterer Herr und staunte nicht schlecht, als er seinen Patienten sah. Frau Falla verließ schnell den Behandlungsraum und widmete sich ihrer lästigen Schreibarbeit. „Jetzt können sie aber ihre Maske schon schön langsam abnehmen, sonst wird das nichts mit der Behandlung!“ Noch lächelte der Zahnarzt. Aber als er dann erfuhr, dass das der echte Krampus war, war ihm das Lachen vergangen. „Und wie komm ich zu der zweifelhaften Ehre?“, fragte er. „Ganz einfach! Sie waren der Einzige, der uns angenommen hat!“, erwiderte der Nikolo.

‚Warum kann ich das so gut verstehen…‘, dachte er bei sich und schickte sich an, den Patienten zu untersuchen und festzustellen, wo denn das Problem lag. „Afer fu fir ficht foch fer feh“, versuchte sich der Krampus verständlich zu machen. Vorsichtig besah er sich die Sache und stellte fest: „Der Zahn muss raus! Wie lange warst du nicht beim Zahnarzt?“ „Fimpf nift! Filf fir, fitte!“, der Kramperl konnte kaum sprechen, aber seine Augen hatte er ganz weit aufgerissen und Doktor Falla meinte Angst in ihnen zu erkennen. „Beiss‘ mir aber nicht die Finger ab! Wird schon nicht so schlimm werden. Ich geb‘ dir eine Spritze. Dann tut’s nicht so weh. Sei tapfer, schwarzer Gesell!“, meinte er tröstend. Bald war der Übeltäter entfernt und nach reichlich Schmerzmitteln und gutem Zureden ging’s dem Krampus wieder besser. Bevor sie gingen, sagte der Arzt noch: „Und – die Behandlung war umsonst. War mir eine Ehre.“

Er musste zugeben, dass er schon erleichtert war, als die beiden seine Praxis wieder verlassen hatten. Seine Frau starrte ihn an, griff sich mit der Hand an den Kopf und schüttelte diesen. So ganz wollte sie das alles nicht glauben und tröstete sich mit dem Gedanken, dass das doch nur eine geniale Maske war.

Endlich konnten Nikolo und Krampus ihre alljährliche Runde beginnen. Und alles ging gut, dank der hervorragenden Hilfe von Doktor Falla. In der Nacht stand Frau Falla heimlich auf, um ihrem Mann die Stiefel mit allen möglichen guten Dingen zu füllen – so wie sie es jedes Jahr machte. Sie staunte nicht schlecht: Die Schuhe waren randvoll mit den besten Leckereien! Aber nicht nur die bereitgestellten… Alle Schuhe in der ganzen Wohnung waren gefüllt. Sogar die Gästehausschuhe und die ganz kleinen, ersten Schühchen von ihrem Sohn, die sie als Andenken aufgehoben hatten. Aber das war noch nicht alles. Auch zwischen den Fenstern waren jede Menge Süßigkeiten und andere Spezereien! Und als besondere Gabe vom Krampus ein Stück seltsam glühende Kohle, die nie erlosch und die überall wärmte, aber ohne dass man sich daran die Finger verbrannte. Jetzt erst glaubte Frau Falla, dass wirklich der Krampus hier gewesen war, weil er einen kranken Zahn gehabt hatte.

Die Süßigkeiten wurden weiter verschenkt, sonst würden sie jetzt noch daran naschen und fürchterlich Bauchweh haben – das Stück Kohle aber bekam einen Ehrenplatz neben den Schühchen ihres Sohnes – zum Andenken an diesen Tag!

erzählt von Soreylia  A.D. 2013

11 Kommentare on “Weihnachtsgeschichten, die zweite

  1. MEHR DAVON!
    Selune, bei deiner Geschichte musste ich mehrmals laut lachen, konnte mir alles direkt vor mir sehen, bin begeistert,
    Soreylias Geschichte ebenso schön kitschfrei und ich war in der Zahnarztpraxis von Dr, Falla mit drin. Puh, was war da für eine Luft im Raum, Der typische Zahnarztgeruch, verbunden mit Rauch und Schwefeldampf und die Hufe hatte Krampus das letzte mal an dem Tag gewaschen, als er Nero die Streichhölzer gereicht hat.. War froh als ich wieder raus war…

  2. Die Geschichten sind phantastisch geschrieben, die Situationen kann man sehr gut nachvollziehen, es kommt weihnachtliche Stimmung und Vorfreude auf. Vielen Dank für das Teilen mit uns Steinfans. 😀👍

  3. Was für schöne Geschichten. Nur ein was hat mir diesmal nicht gefallen – ich mußte sie selbst lesen. 😉
    Auch ich möchte mehr Geschichten lesen, sie sind so Herzerfrischend geschrieben. Danke fürs aufschreiben und uns lesen lassen.
    Ich wünsche allen eine schöne Adventszeit.

    1. Hmmm… also lesen müsstest du schon selber 😜
      Aber dafür haben wir die Geschichten ja geschrieben – ist doch eine faire Arbeitsteilung?
      Man kann sich die geschriebenen Geschichten von Tablet oder Smartphone vorlesen lassen? Echt?!? Ok, wenn Alexa das kann oder auch Siri – das glaub ich ja noch… Aber wenn diese Vorleserei per elektronischem Zeug so ist wie manche Übersetzungen, die einem vorgelesen werden können, na dann – nein danke!

      Aber WENN jemand meine Geschichten vorliest, dann ZUMINDEST ein Simon Jäger oder ein David Nathan! 😛 😛
      ODER: Gunkl (Günther Paal)!!! The sexiest voice alive…

  4. Ich fände ja, die Geschichten müssten von Christian Steyer (der Sprecher von „Elefant Tiger & Co“) gelesen werden. Seine tiefe Stimme passt gut für Weihnachtsgeschichten.

      1. Ok, da hab ich – unverzeihlich – Thorsten Sträter nicht erwähnt. *zugeb*
        Ist einer meiner liebsten Comedians – ich habe nur an Hörbuchleser gedacht… (und halt an Gunkl – der ist irgendwie nicht so leicht zuzuordnen)

  5. Stimme?

    Früher Rolf Schult, jetzt sein Sohn Christian Schult und natürlich Christian Brückner, alle ideal als Märchenonkel. Norbert Langer (Tom Selleck; Magnum, Blue Bloods) ginge auch, klingt weicher.

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