Plumps !

Im Vorhinein: Genereller Nachtrag zu AGS Geschichten

Um einer gerechtfertigten Lynchjustiz durch die in den AGS Geschichten manchmal sehr schlecht wegkommenden Herren zu entgehen muss ich einiges anmerken:

Diese Geschichten sind zum einen schon viele hunderte Tage alt – und im damaligen Überschwang der Gefühle entstanden. Zum anderen sind sie eigentlich nie für männliche Augen bestimmt gewesen – also in Ausdruck und Wortwahl stark feministisch geprägt.

Ich will aber meine Geschichten (die von Soreylia sind verständlicherweise sowieso tabu) nicht verändern, weil sie damals genau meine Erfahrungs- und Gefühlswelt des Moments widerspiegelten.

Also mögen mir alle Leser (ohne -Innen) vergeben, wenn sie oft nicht allzu gut wegkommen. Ich gebe hiermit feierlich zu, die Welt nur aus der Sicht eines Ixelins zu betrachten – denn eine andere kann sich mir aus biologischen Gründen irgendwie nicht erschließen. Allerdings würde ich wirklich zu gerne einmal eine AGB (nein, nicht allgemeine Geschäftbedingungen) – also Arme Geplagte Brüder – oder, wenns denn eleganter ist AGH (Arme Geplagte Herren) Geschichte lesen – so aus der Sicht des Ypsilons. Da tauchen dann sicher mitleidige Anmerkungen wegen PMS und Ähnliches auf – was man auch verstehen muss…

Ein paar Wörtchen zum „stillen Örtchen“

Wer mich ein wenig mehr und genauer kennt, weiß, warum es bei mir das „stille Örtchen“ heißt. Schon als Kind war es mir höchst unangenehm, dass mir bei der Verrichtung meines Geschäftes gewisse Geräusche entschlüpfen und von jenseits der Tür vernommen werden könnten. Dankenswerterweise hatte mein Vater in den kleinen Kaminabzugsschacht unserer Toilette einen ziemlich laut ratternden Miniventilator montiert, um die übelsten Abwinde schnellstmöglich und spurlos verschwinden zu lassen. Diese Geräuschkulisse begleitete mich meine ganze Jugend und war fest mit meinen unumgänglichen Entleerungen verbunden.

moderner „Huibrumm“

Viele Kinder unterliegen dem Irrtum, dass sie, wenn sie die Monster nicht sehen, weil sie sich die Decke über den Kopf gezogen haben, auch nicht von ihnen gesehen werden können. Bei mir verhält es sich so ähnlich – wenn ich die anderen außerhalb der Klo-Türe nicht höre, dann hören sie mich und meine Geräuschentwicklungen auch nicht. Daher ist es für mich von fürderster Bedeutung, das WC an einem Platz in Wohnung oder Haus zu haben, wo es 1. nur schwer „einhörbar“ und 2. gut und unbemerkt entlüftbar ist. Und das ist, zumindest wenn keiner im Vorzimmer herumlungert, in unserer derzeitigen Wohnung gegeben *einen Freudentanz aufführ*.

Nun ist es ja nicht so, dass auch nur Eine/r auf diesem Erdenrund vor solchen Geräuschen und Gerüchen gefeit wäre, nein, wahrlich nicht. Also könnte es mir ja eigentlich egal sein, was da für Missklänge nach außen dringen – durch meine Konditionierung mit dem Miniventilator Marke Huibrumm ist es das aber leider ganz und gar nicht. Es ist vielleicht noch verständlich, wenn man von heftigen Blähungen geplagt wird und diese sich vehement und lautstark den Weg nach außen bahnen, sobald man dem Gedränge im Gedärm auch nur ein wenig nachgibt – natürlich hinter der magischen Tür. Solche Klänge entstehen leider auch oft, wenn man sich sprichwörtlich erleichtert – dagegen ist so gut wie jeder ab und an machtlos. Warum nur heißt die Toilette bis heute im Volksmund „Donnerbalken“!?!

Burg Toilette im Mittelalter

Dass man – oder bei mir eher Frau – sich allerdings auch des Geplätschers schämt, das sich zwangsläufig bei der Entstehung sowohl eines Wasserfalls wie auch eines Tröpfchenrinnsals in der Klomuschel bildet, ist schon eher … nun ja, etwas „monkoid“, wie ich zu sagen pflege. Wie wir alle wissen – oder glauben – ist es bei Männern eher umgekehrt – sie sind stolz auf die meisten Geräusche, die sie in diesem Zusammenhang machen können (ich habe da schon einige diesbezügliche Wettkämpfe miterlebt, als sich junge „Herren“ unter sich glaubten). Einzig wenn eine mit dem Alter groß und lästig gewordene Prostata ihren Harnfluss zunehmend zum Erliegen bringt, ist es an der Zeit für die meisten Ypsilons, unbemerkt ihre kleinen Geschäfte zu erledigen, ohne dass das treusorgende Ehegespons mitbekommt, in welchen Schwierigkeiten man(n) steckt. Das würde unweigerlich eine Diskussion  nach sich ziehen und über kurz oder lang den Gang zum Urologen unumgänglich machen – und das bedeutet….. Finger in den Allerwertesten!!!! Und das noch dazu meist von einem Mann. Naja, andererseits…. von einer Frau doch wohl gleich gar nicht! Welch ein Dilemma 🙂

Auf da Oim do gibts nua Plumps…

Doch da gibt es noch andere Missstände, unter denen viele von uns Ixelins (im Vergleich zu den Ypsilons) leiden müssen. Einige sind dankenswerterweise an mir vorübergegangen, andere leider nicht.

Da wäre – an vorderster Stelle – das leidige Sitzpinkeln. Welches Weib hat nicht schon die ach so männlichen Stehpinkler verflucht, als es das zighundertundelfzigste Mal die Urinspritzer von Schüssel, Brille, Wand und Boden wischte. Tja, dagegen hilft zumeist nur konsequentes Training mit den chromosomal Benachteiligten – verbunden mit der Gabe von Leckerlis bei guter Führung und Strafen wie Kloputzen oder Nahrungs- oder Liebesentzug bei Fehlverhalten. Ich für meinen Teil muss mich damit nicht herumplagen, denn seit wir unsere ausgesprochen hübsche Klobrille mit Meeresmotiv unser Eigen nennen, ist es den Trägern von Abwasserröhrchen schlechterdings unmöglich, im Stehen zu pinkeln. Warum? Nun ja, der Klodeckel ist ohne Probleme aufklappbar, aber die Brille hält beim Hochklappen einfach nicht oben, weil alles zu nah am Spülkasten ist – und ja, ich habe gerade ein fettes Grinsen im Gesicht! Kein Mann hat eine dritte Hand zum Brille hochhalten *jubel* – also runter mit dem Hintern!!! Mein Gespons genießt unser WC – weil es so seltsam angeordnet ist, kann man den Kopf beim Sitzen an die gegenüberliegende Wand lehnen – und fast einschlafen…

Was mich allerdings neulich zum Schäumen gebracht hat: Wie die meisten Haushalte besitzt auch unserer eine Klobürste. Wir wissen alle, wozu so ein Ding dient – zur Reinigung der Klomuschel. Allerdings ziehe ich es vor, nur Kalk und ähnlich unspektakuläre Ablagerungen damit zu entfernen. Ich hasse braune Klobürsten – die man sehr wohl vermeiden kann, wenn man vorsorglich vor Verrichtung des großen Geschäfts zwei Blatt Klopapier in die Muschel legt – dann geht die Sache zumindest meistens klar von der Rutsche, wie mein Allerliebster zu sagen pflegt. Tja, in der Theorie funktioniert es – in der Praxis leider nicht.

Samstag wollte ich, weil ich am Sonntag Besuch erwartete, sicherheitshalber halt auch das Örtchen vorsorglich in den bestmöglichen Zustand versetzen. Also schnappte ich mir die Porzellangans, in der seit circa 20 Jahren unsere Klobürsten wohnen – samt dem Schauferl für die Katzenkisterln – und wollte sie ins Bad schleppen, um sie und ihre Insassen zu reinigen. Dabei schwappte mir plötzlich eine gehörige Menge Wasser entgegen. Häh? Wieso das denn? Mir schwante Übles. Also latschte ich ins Wohnzimmer und fragte meinen Herrn Gemahl:

 
„Sag, wieso ist es in der Gans so nass? Hast du die Klobürste benutzt?“
Verständnisloser Blick.
„Häh? Welche Gans?“
„Na die im Klo – wo die Klobürste und die Schaufel drin sind.“
„Ach so, du meinst den Elefanten!“
„Elefant?!?“
„Na, ist das keiner?“
*stöhn* „Nein, das ist eine Gans – und das seit 20 Jahren! Komisch, dass du eine Gans für einen Elefanten hältst.“
„Eh wurscht.“
„Sag, legst du nicht was ein beim Sch……?“
„Nicht immer.“

Reizend, einfach nur reizend. Ok, ab und zu gibt es das berüchtigte „Jetzt-Gefühl“, dass es schon fast unmöglich macht, das rettende Kabäuschen rechtzeitig zu erreichen, aber sonst gibt es bei mir keine Entschuldigung für das Nichteinlegen von Papier vor dem Gang für Königstiger. Ich sähe mich sonst gezwungen, häufig die Klobürsten zu erneuern – und ich meine HÄUFIG! Naja, ich habe ihm halt eine Standpauke gehalten – nutzt wahrscheinlich eh nix, weil er ja das selektive Gehör besitzt, wie ich in einer früheren Geschichte bereits erläutert habe – und daran hat sich seither nichts geändert.

Aber wenigstens haben wir eine Klomuschel, die eine gerade Fläche für die Entleerungen hat – ein sogenannter „Hochspüler“ – so wie sie seit vielen Jahren in den meisten Haushalten in Gebrauch ist. Leider hat unsere geschätzte Mitschwester Granny Sis‘ (Soreylia) aber vor einiger Zeit im Zuge der Renovierung ihres Örtchens eine andere Klomuschel bekommen. Eine, die keine „Auflagefläche“ hat, sondern direkt eine Schräge, ein sogenannter „Tiefspüler“ – also fällt alles, was sie und die Ihren verlieren, gleich ins Wasser. Das allerdings antwortet auf diese Attacke höchst beleidigt und spritzt zurück. Es ist unvermeidbar, sich einen nassen Hintern und – bei Ixelins – ein nasses Puschkanetterl zu holen. Und das mit dem Wasser, in dem die Fäkalien schwimmen oder sich mit dem Wasser bereits vermischen. Igitt, igitt. Arme Granny Sis‘, sie leidet Höllenqualen mit dieser „Unschüssel“ – da drängt sich mir der Ausdruck „Plumpsklo“ auf. Ihr Ehegespons hat dieses Unding besorgt und wie folgt argumentiert:

„Da ist alles gleich im Wasser und stinkt nimmer so!“

Nun ja, da nehme ich lieber den Gestank in Kauf und bin auf der trockenen Seite!

25 thoughts on “Plumps !

  1. Also mit einem Elefanten kann ich nicht dienen, allerdings die kürzlich hier an anderer Stelle erwähnte Hippo-VIP-Lokus-Keramit nachreichen, passend zum Thema wie A auf B. Guckst Du hier …

    Hippo

  2. Habe mich köstlich amüsiert und kann manches gut verstehen.
    Auf Arbeit haben wir Kolleginnen, die erstmal spülen, BEVOR sie sich erleichtern.
    Mir fällt da noch ein Lied ein, was Carolin Kebekus mit Max Raabe in der Carolin-Kebekus-Show mal gesungen hat, „Kloria – der Kloschlangensong“.
    Und für Geschichten „so aus der Sicht des Ypsilons“ wäre doch Gerd der perfekte Geschichtenerzähler… !? 😉
    Ich wünsche Allen einen guten Start in die neue Woche.

  3. Auha, was für ein Thema am Montag morgen. Und im übrigen, Geschichten wären von denen, die das Sitzpinkeln propagieren auch bestimmt zu erzählen. Denn nur weil man das Sitzelement beim Sitzpinklen nicht hochheben muss, ist es ja nicht ungleich sauberer darunter. Und übrigens auch: Das Klopapier darf auch zum reinigen des Porzelans der Klomuschel (übrigens schöner als -schüssel) genutzt werden und ist nicht nur für den Pöter oder das Puschkanterl (auch schön) geeignet.
    LG aus dem männlich sauberen Westfalen ;o)
    Michael

    1. PuschkaNETTerl… (sehr alter wienerischer Ausdruck)
      dafür kannte ich „Pöter“ noch nicht 😂 (bei uns Popscherl – wenns herzig ausgedrückt werden soll)

      Tja, natürlich kann man ein Saubermännchen sein – oder ein Ferkelchen 🐷 🐖

    1. Irks, DAFÜR würde ich eine Klobürste niemals nicht benutzen – AUA!!!!! Armer Poppes…

      Klo, sweet Klo… herrlich! Ruthe hat zu Allem eine Meinung!

      Zum Klo-Keramik-Boss fehlt nur noch die Stechuhr 🤣 🤣
      Tja, pecunia non olet!

      Reaktion: Die Redaktion weiß aus sicherer Quelle, dass sich die elektronische Stechuhr ca 4m weiter befindet. 😉

  4. @Michael…auch am Montagmorgen muss man mal,das Thema ist dauerpräsent.😆 Wie sauber es ist….leider interpretiert so manche.r Kollege.in das anders. Bin der Meinung, von unten riecht es auf einem Gemeinschaftslokus recht streng😆😗🤔,da ist gutes Putzen angesagt,beides…Deckel und Brille. 🤣😄

  5. Danke für diese Aufbesserung meiner Stimmung. So was von genial. Habe noch nie so eine lustige Klogeschichte gelesen. („Willkommen Österreich“.) Noch dazu die eingestreuten Wiener Begriffe. Dazu habe ich eine Frage: Was bedeutet „Gruuuuf“? Auf Ludwig Hirschs Grabmal steht auch: „Gruuuuf Is das schönste Wort, das was i kenn“
    Und ich freue mich schon wieder auf deine nächste Geschichte. Bis dahin werde ich in deinen anderen Geschichten schmökern…

    1. Gruuf… hmmm….
      Also für mich ist das eine Verballhornung von „Groove“ – das könnte dem Lied von Ludwig Hirsch nach passen.

  6. Sieh mal an, was ich mit diesem Beitrag losgetreten habe 😁 😁
    Dieses Thema ist, eben weil es so ein Tabu ist, höchst interessant! 💩

    Helga und Marianne haben nun auch noch das Thema Menstruation umfassend behandelt – kein Wunder, wenn 2 Männer da so einen rosa (!) Handschuh „erfinden“… Da muss man sich ja drüber lustig machen! DAS war nun wirklich DER Griff ins Klo! 🤣 🤣 🤣

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